Aktualisiert am 19. Oktober 2026 von der Redaktion von broker-forex.eu

Ein STP-Broker (Straight Through Processing) leitet Ihre Orders direkt an seine Liquiditätsanbieter weiter, ohne Umweg über einen internen Handelstisch.
Er handelt also nicht gegen Ihre Positionen, was Interessenkonflikte begrenzt.
In der Praxis bieten STP-Broker eine schnelle Ausführung und Zugang zum echten Markt, die Spreads können jedoch einen kleinen Aufschlag enthalten, mit dem sich der Vermittler vergütet.
Das Modell ist in der Regel transparenter als das der Market Maker, aber weniger „rein“ als eine ECN-Umgebung.
STP-Broker gehören zu den No-Dealing-Desk-Brokern (NDD): Sie nutzen keinen Dealing Desk zur Ausführung. Dealing-Desk-Broker, bekannt als Market Maker, übernehmen die andere Seite des Kundengeschäfts – entweder indem sie einen anderen Kunden als Gegenpartei finden oder indem sie den Trade selbst übernehmen.
Da Market Maker nicht direkt mit dem breiten Markt verbunden sind, ist die Zahl der Kunden, die die Gegenseite Ihres Trades übernehmen können, begrenzt. Deshalb kauft der Broker häufig zum Beispiel die Aktie, die Sie verkaufen, und macht so selbst den Markt.
Regulierte STP-Forex-Broker haben etwas andere Lizenzen als Market Maker. Man nennt sie A-Book-Broker, während Market Maker als B-Book-Broker bezeichnet werden.
➡️ Siehe auch: Was sind A-Book und B-Book bei Forex-Brokern?

Ein weiterer NDD-Typ ist der ECN-Broker (Electronic Communication Network). Er ähnelt dem STP-Broker, da beide die Trades direkt an den Markt senden. ECN-Broker fungieren jedoch als Liquiditätsdrehscheibe, auf der Banken und Finanzinstitute um die Gegenseite Ihres Trades konkurrieren.
| Kriterium | STP-Broker | ECN-Broker |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Leitet Orders an Liquiditätsanbieter weiter | Bringt Marktteilnehmer direkt zusammen |
| Vermittler | Ja | Nein (oder sehr begrenzt) |
| Spreads | Variabel mit Aufschlag | Sehr eng (roh) |
| Kommission | Meist im Spread enthalten | Feste Kommission pro Trade |
| Transparenz | Gut | Sehr hoch |
| Erforderliches Niveau | Einsteiger bis Fortgeschrittene | Eher erfahrene Trader |
| Ausführung | Schnell | Sehr schnell (Markttiefe) |
Privatanleger bevorzugen häufig STP-Broker. Ihr Geschäftsmodell hat mehrere Vorteile:
Da STP-Broker die meisten Vorteile von ECN und Market Makern vereinen, halten sich die Nachteile in Grenzen:
Ob ein Broker ein echter ECN-, ein STP-Broker oder ein Market Maker ist, lässt sich nicht immer leicht sagen, da manche ihr Geschäftsmodell nicht klar offenlegen. Einige Hinweise helfen Ihnen jedoch:
Ein wichtiger Punkt: Der Begriff „STP“ wird oft im Marketing verwendet, und nicht jeder Broker, der sich so nennt, leitet Orders tatsächlich direkt weiter.
In Wirklichkeit nutzen viele Broker ein Hybridmodell:
Der Broker kann also zeitweise Gegenpartei seiner Kunden sein, auch wenn er sich als STP präsentiert.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, prüfen Sie:
In der Praxis ist ein „reiner“ STP-Broker recht selten: Die meisten Broker arbeiten heute hybrid.
Der Hebel ist eines der wichtigsten Verkaufsargumente von Forex-Brokern: Er ermöglicht große Positionen mit wenig Kapital, verstärkt aber Verluste ebenso wie Gewinne. Manche Broker, die sich als STP oder ECN bezeichnen, werben dennoch mit Hebeln von 400:1, 500:1 oder mehr. Ist das mit einer echten Weiterleitung der Orders an den Markt vereinbar? Um das zu verstehen, muss man betrachten, was zwischen dem Broker und seinen Liquiditätsanbietern passiert.

Ein STP-Broker verdient nicht an den Verlusten seiner Kunden, sondern über einen Spread-Aufschlag oder eine Kommission. Dafür muss jede an eine Bank, einen Prime Broker oder einen Prime-of-Prime-Anbieter weitergeleitete Order durch eine Margin gedeckt sein, die der Broker selbst bei diesem Liquiditätsanbieter hinterlegt. Banken gewähren ihren Brokern aber keinen Hebel von 500:1: Historisch liegen die Kreditlinien eher zwischen 10:1 und 25:1.
Handelt der Kunde mit 500:1, während der Broker nur 25:1 erhält, muss die Margindifferenz aus dem Eigenkapital des Brokers finanziert werden. Beispiel mit einer Position von 5 Millionen Dollar in USD/JPY (50 Standardlots):
| Wer hinterlegt die Margin? | Hebel | Erforderliche Margin |
|---|---|---|
| Der Kunde bei seinem Broker | 500:1 | 10.000 $ |
| Der Kunde bei einem europäischen Broker (ESMA-Grenze) | 30:1 | ≈ 166.667 $ |
| Der STP-Broker beim Liquiditätsanbieter | 25:1 | 200.000 $ |
Im ersten Fall muss der Broker 190.000 $ Eigenkapital für eine einzige Kundenposition binden. Bei Hunderten von Kunden wird dieser Liquiditätsbedarf für einen kleinen Broker schnell untragbar.
Die eigentliche Gefahr zeigt sich bei extremen Bewegungen. Bewegt sich der Markt schneller als die Stops, kann das Kundenkonto ins Minus rutschen – der STP-Broker schuldet seinem Liquiditätsanbieter aber den gesamten Verlust. Je höher der gewährte Hebel, desto tiefer das Loch.
Genau das geschah am 15. Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank ohne Vorwarnung den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgab. EUR/CHF fiel binnen Minuten um mehr als 30 %, ohne Liquidität zur Ausführung der Stops. Tausende Privatkonten rutschten ins Minus; Alpari UK ging in Liquidation, und FXCM musste mit einem Kredit von rund 300 Millionen Dollar von Leucadia gerettet werden. Am stärksten betroffen waren Broker, die tatsächlich als STP arbeiteten, da sie die Verluste ihrer Kunden an ihre Bankpartner zahlen mussten.
Merke: Ein kleiner Broker, der sich STP oder ECN nennt und gleichzeitig einen Hebel über 100:1 anbietet, internalisiert sehr wahrscheinlich einen Teil der Orders (B-Book- oder Hybridmodell). Ein hoher Hebel ist kein Beweis für Unredlichkeit, aber ein Indiz, das man mit Regulierung und Ausführungsrichtlinie abgleichen sollte.
XTB überzeugt mit schneller NDD-Ausführung, hoher Liquidität und sehr wettbewerbsfähigen Kosten – eine gute Wahl für aktive Trader.
ActivTrades bietet eine solide technische Infrastruktur und eine zuverlässige Ausführung ohne Dealing Desk, besonders geeignet für technisches und algorithmisches Trading.
VT Markets bietet ausdrücklich ein Standard-STP-Konto (und ein Raw-ECN-Konto) auf MetaTrader 4, MetaTrader 5 und TradingView.
🥇 XTB → bester Kompromiss aus Kosten und Ausführung
🥇 ActivTrades → am besten für technisches Trading / MT4 / Algo
🥇 VT Markets → am besten für MetaTrader und TradingView mit STP-Konto
| Broker | XTB | ActivTrades | VT Markets |
|---|---|---|---|
| Ausführungsart | NDD (nahe STP) | STP / NDD | STP (Standard) / ECN (Raw) |
| Modell | Hybrider Market Maker | Optimierter Market Maker | STP / ECN |
| Spread EUR/USD | ~0,9 Pip | ~0,9 Pip | Variabel je nach Konto |
| Kommissionen | ❌ | ❌ | ❌ Standard STP, ✅ Raw ECN |
| Mindesteinzahlung | 0 € | 1 € | 50 $ |
| Plattformen | xStation 5 | MT4, MT5, ActivTrader, TradingView | MT4, MT5, TradingView, App |
| Stärken | Schnelle Ausführung, niedrige Kosten, echte Aktien und ETFs | Schnelle Ausführung, gut für Algo-Trading, Zinsen auf freie Margin | Ausdrückliches STP-Konto, TradingView, niedriger Einstieg |
| Schwächen | Kein MT4/MT5, kein Raw-Konto | Weniger Basiswerte, Krypto begrenzt | Keine echten Aktien, Offshore-Gesellschaften |
| XTB besuchen | ActivTrades besuchen | VT Markets besuchen |
Der CFD-Handel beruht auf Spekulation und birgt ein erhebliches Verlustrisiko; er eignet sich daher nicht für alle Anleger (70 bis 80 % der Konten von Privatanlegern verlieren beim CFD-Handel Geld).
Keiner dieser Broker ist ein „reiner STP-Broker“ im strengen Sinne. Sie arbeiten mit Hybridmodellen (Market Maker + NDD/STP), was heute in der Branche üblich ist.
STP-Broker verfügen über die Technologie, Devisengeschäfte direkt am Markt auszuführen. Sie bieten schnelle Verarbeitung und präzise Kurse und erlauben kleine Lots – eine gute Wahl für Privatanleger. Ob Ihr Broker tatsächlich ein STP-Modell verfolgt, ist jedoch nicht immer leicht zu erkennen. Wenn Sie Slippage, marktferne Kurse oder störende Requotes feststellen, können Sie zu einem der Broker aus unserem Vergleich regulierter Broker wechseln.
Bedenken Sie auch, dass das Etikett „STP“ allein nichts garantiert: Ein sehr hoher Hebel, ungewöhnlich niedrige Spreads oder ein Scalping-Verbot sind Signale für ein Hybridmodell. Für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt ein von BaFin, FMA, FINMA oder einer anderen EU-Aufsicht regulierter Broker mit ESMA-konformem Hebel, veröffentlichter Ausführungsrichtlinie und Schutz vor negativem Kontosaldo die sicherste Wahl.
ASIC: Australien • BACEN: Brasilien • BVI FSC: Britische Jungferninseln • CBI: Irland • CMVM: Portugal • CySEC: Zypern • DFSA: Dubai • FCA: Vereinigtes Königreich • FSA: Seychellen • FSC: Mauritius • FSCA: Südafrika • FSRA: Abu Dhabi • IFSC: Belize • JFSA: Japan • KNF: Polen • MAS: Singapur • SCB: Bahamas • SVG FSA: St. Vincent und die Grenadinen
⚠️ CFDs sind komplexe Instrumente mit Hebelwirkung: 70 bis 80 % der Konten von Privatanlegern verlieren beim CFD-Handel Geld.
Ein STP-Broker (Straight Through Processing) ist ein Vermittler, der die Orders seiner Kunden direkt an Liquiditätsanbieter (Banken, Finanzinstitute) weiterleitet, ohne internen Handelstisch. Das ermöglicht eine schnellere Ausführung und begrenzt Interessenkonflikte.
Ein Market Maker übernimmt in der Regel die Gegenseite der Kundenpositionen, während ein STP-Broker als reiner Vermittler auftritt. In der Praxis nutzen heute viele Broker ein Hybridmodell, das je nach Marktlage Market Making und STP kombiniert.
Theoretisch ja, da sie keine Position gegen ihre Kunden einnehmen. In der Realität arbeiten jedoch die meisten Broker (auch XTB, ActivTrades oder VT Markets) mit Mischmodellen. Sinnvoller ist es daher, von Ausführungsqualität statt von „STP-Reinheit“ zu sprechen.
Die wichtigsten Vorteile sind:
Ein STP-Broker kann aufweisen:
Alle drei bieten eine Ausführung vom Typ NDD/STP (VT Markets nennt sein Standardkonto sogar ausdrücklich „STP“), sind aber keine „reinen“ STP-Broker. Sie nutzen Hybridmodelle, was heute Branchenstandard ist.
Das hängt von Ihrem Profil ab:
Den „universell besten STP-Broker“ gibt es nicht, nur den, der am besten zu Ihrer Strategie passt.
Ja, aber das ist nicht das wichtigste Kriterium. Ein Anfänger sollte vor allem auf Folgendes achten:
Die Ausführungsart wird mit wachsender Erfahrung wichtiger.
Ja, STP-Broker eignen sich dank schneller Ausführung meist gut für Scalping. Prüfen Sie jedoch:
ECN-Broker bieten direkteren Marktzugang mit sehr niedrigen Spreads, aber festen Kommissionen. STP-Broker haben meist eine einfachere Struktur, bei der die Kosten im Spread enthalten sind.
👉 Kurz gesagt: ECN = „professioneller“, STP = zugänglicher.
Schwierig. Der STP-Broker muss selbst Margin bei seinen Liquiditätsanbietern hinterlegen, die meist einen Hebel von 10:1 bis 25:1 gewähren. 500:1 zwingt ihn, die Differenz aus Eigenkapital zu finanzieren und negative Salden bei einem Schock allein zu tragen – wie nach der SNB-Entscheidung im Januar 2015.
Ein kleiner „STP-Broker“, der mehr als 100:1 anbietet, nutzt daher sehr wahrscheinlich ein Hybrid- oder B-Book-Modell. In Europa ist der Hebel für Privatkunden ohnehin von der ESMA auf 30:1 begrenzt.
| Vorheriger : Market-Maker-Broker | Folgende : ECN-Broker |

Testen Sie das Trading kostenlos mit einem AvaTrade-Demokonto, ohne Einzahlung
*CFDs sind komplexe Instrumente mit Hebelwirkung: 70 bis 80 % der Konten von Privatanlegern verlieren Geld.