
Wenn Sie an der Börse investieren oder über einen Online-Broker handeln, stellt sich eine wichtige Frage: Was passiert mit Ihrem Geld, wenn der Vermittler insolvent wird?
Genau um diesem Risiko zu begegnen, haben die Finanzbehörden Entschädigungssysteme für Anleger eingerichtet.
Diese Mechanismen bieten unter bestimmten Voraussetzungen einen teilweisen Schutz für die einem Broker anvertrauten Vermögenswerte. Es ist jedoch wichtig, genau zu verstehen, was sie abdecken, wo ihre Grenzen liegen und welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Ländern gibt.
Ein Anlegerentschädigungssystem ist ein gesetzlich vorgeschriebener Schutzfonds, der in der Regel für zugelassene Finanzinstitute obligatorisch ist.
Er greift ein, wenn ein Broker oder eine Investmentgesellschaft zahlungsunfähig wird und nicht mehr in der Lage ist, die Gelder oder Wertpapiere seiner Kunden zurückzugeben.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gilt für diese Art von System Folgendes:
Es handelt sich also um ein Sicherheitsnetz und nicht um eine Garantie gegen finanzielle Risiken.
Für einen Anleger oder Trader geht das Risiko nicht nur von der Volatilität der Märkte aus.
Die Wahl des Brokers ist ebenso entscheidend.
Selbst ein regulierter Broker kann unter außergewöhnlichen Umständen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Entschädigungssysteme ermöglichen es dann:
Sie sind ein grundlegendes Kriterium für die Bewertung der Seriosität eines Vermittlers.
Das Schutzniveau hängt ausschließlich von der Regulierung des Brokers ab und nicht vom Wohnsitzland des Anlegers.
In Deutschland sind regulierte Wertpapierfirmen dem gesetzlichen Anlegerentschädigungssystem angeschlossen.
Im Falle der Insolvenz eines Brokers können Anleger bis zu 90 % der Forderungen, mit einem Höchstbetrag von 20.000 € pro Kunde, entschädigt werden.
Dieses System greift ausschließlich bei der Zahlungsunfähigkeit des Finanzintermediärs und deckt keine Verluste durch Marktschwankungen ab.
In Frankreich wird der Anlegerschutz durch den Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution (FGDR) gewährleistet.
Dieses System deckt:
Die Entschädigungsgrenze liegt bei 70.000 € pro Kunde und Institut.
Einige europäische Broker, insbesondere in Zypern, sind von Fonds wie dem Investor Compensation Fund (ICF) abhängig.
Der Schutz ist in der Regel begrenzter, mit einer Obergrenze von etwa 20.000 € pro Kunde.
Von der FCA (Financial Conduct Authority) regulierte Broker sind durch das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) abgesichert.
Dieses System ist insbesondere CFD-Händlern bekannt.
Die maximale Entschädigungssumme kann bis zu 85.000 £ pro Kunde betragen.
In den Vereinigten Staaten wird der Schutz durch die Securities Investor Protection Corporation (SIPC) gewährleistet.
Sie deckt Wertpapiere und Bargeld ab, die bei einem Mitgliedsbroker gehalten werden, mit:
Ein Entschädigungssystem kann zum Tragen kommen, wenn:
Es deckt jedoch niemals Folgendes ab:
Es ist daher wichtig, den regulatorischen Schutz nicht mit einer Leistungsgarantie zu verwechseln.
Einige Broker gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus und bieten einen zusätzlichen Schutz für Kundengelder über einen privaten Versicherer wie Lloyd's of London an.
Diese Zusatzversicherung greift über die gesetzliche Obergrenze des offiziellen Entschädigungssystems (FGDR, FSCS, ICF usw.) hinaus, falls der Broker insolvent wird.
ActivTrades verfügt beispielsweise über eine Zusatzversicherung mit einer Deckungssumme von bis zu 1.000.000 $/£ pro Kunde, die von QBE Underwriting Limited und teilnehmenden Konsortien bei Lloyd's angeboten wird.
Sie zielt in erster Linie darauf ab, Anleger mit hohem Kapital zu beruhigen, für die die gesetzlichen Obergrenzen möglicherweise nicht ausreichen.
In diesem Fall basiert der Schutz auf:
Es ist wichtig zu beachten, dass diese private Entschädigung keine gesetzliche Verpflichtung ist, sondern eine kommerzielle Initiative des Maklers.
Sie ersetzt nicht das offizielle Entschädigungssystem und deckt niemals Marktverluste ab, kann jedoch in Extremsituationen eine zusätzliche Sicherheitsebene bieten.
Bevor Sie dieses Argument als entscheidenden Vorteil betrachten, sollten Sie unbedingt Folgendes tun:
Wie bei jedem finanziellen Schutz ist die Transparenz der Bedingungen ebenso wichtig wie die angegebene Summe.
Um den Umfang Ihres Schutzes zu ermitteln, müssen Sie Folgendes überprüfen:
Das Land, in dem der Broker reguliert ist, bestimmt direkt das anwendbare Entschädigungssystem.
Für aktive Trader, insbesondere im Bereich CFDs und Forex, weisen diese Systeme mehrere Einschränkungen auf:
Aus diesem Grund sind die Trennung der Kundengelder, die finanzielle Solidität des Brokers und die Regulierung mindestens ebenso wichtige Kriterien wie der Entschädigungsfonds selbst.
Nein. Es kann die beim Broker hinterlegten Gelder abdecken, jedoch niemals Verluste im Zusammenhang mit offenen Positionen.
Nein. Nur Broker, die in anerkannten Rechtsordnungen reguliert sind, sind durch ein offizielles Entschädigungssystem abgesichert.
In den meisten Fällen gibt es bei Offshore-Brokern keinen wirklichen Schutz.
Nein. Es hängt ausschließlich vom Land ab, in dem der Broker reguliert ist.
Nein. Sie sind lediglich eine Ergänzung und gelten nur unter bestimmten vertraglichen Bedingungen.
Entschädigungssysteme für Anleger spielen eine wichtige Rolle beim Schutz von Privatpersonen vor dem Ausfall eines Brokers.
Sie sind jedoch begrenzt, gedeckelt und an Bedingungen geknüpft.
Bevor Sie ein Konto eröffnen, sollten Sie unbedingt:
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