
Aktualisiert am 7. November 2026 von der Redaktion von broker-forex.eu
Der Einkaufsmanagerindex, auch PMI (Purchasing Managers' Index) genannt, gehört zu den Wirtschaftsindikatoren, die von Tradern und Anlegern am aufmerksamsten verfolgt werden.
Er ermöglicht eine schnelle Einschätzung der wirtschaftlichen Lage eines Landes oder einer Branche, oft noch vor der Veröffentlichung des BIP. Damit ist er ein sehr nützlicher Frühindikator, um Marktbewegungen vorwegzunehmen.
👉 Konkret liefert der PMI ein klares Bild der Wirtschaftsaktivität auf Basis der Antworten von Hunderten von Einkaufsleitern aus Unternehmen.
Der PMI ist ein Wirtschaftsindikator, der auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsleitern beruht. Er misst die Entwicklung der Aktivität in verschiedenen Sektoren wie der Industrie und den Dienstleistungen.
Er berücksichtigt mehrere Schlüsselelemente: Produktion, Auftragseingänge, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestände.
👉 Ziel ist es, die wirtschaftliche Dynamik nahezu in Echtzeit zu erfassen, und zwar deutlich schneller als andere Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Zunächst sei klargestellt, dass ISM-Index und PMI in den USA dasselbe meinen. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe (Manufacturing PMI) beruht auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufs- und Lieferkettenverantwortlichen aus zahlreichen Industriezweigen. Er wird am ersten Werktag jedes Monats um 10:00 Uhr New Yorker Zeit veröffentlicht, also in der Regel um 16:00 Uhr MEZ.
Der ISM-Index ist ein wichtiger Gradmesser für die Verfassung der US-Industrie. Er wird aus einer Befragung von Einkaufsleitern zu Faktoren wie Produktion, Auftragseingängen, Beschäftigung und Lieferzeiten der Zulieferer berechnet. Diese Fachleute liefern wertvolle Informationen über die wichtigsten Konjunkturtrends.
Die Umfrage führt zu Werten auf einer Skala von 0 bis 100. Ein Wert über 50 zeigt eine Expansion des verarbeitenden Gewerbes an, ein Wert unter 50 eine Kontraktion. Die Ergebnisse werden anschließend gewichtet und zu einem Durchschnitt aus fünf Teilindizes zusammengefasst: Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten der Zulieferer und Lagerbestände. Jede dieser fünf Komponenten macht 20 % des Gesamtindex aus. Die Differenz zwischen positiven und negativen Antworten spiegelt die allgemeine Stimmung in der Branche wider.
So sieht die Berechnungsformel des Index aus:
PMI = (P1 × 1) + (P2 × 0,5) + (P3 × 0)
Dabei gilt:
Die Antworten werden in einen sogenannten Diffusionsindex umgerechnet: Man addiert den Prozentsatz der Antworten mit einer Verbesserung und die Hälfte des Prozentsatzes der Antworten ohne Veränderung. So lässt sich für jede Komponente feststellen, ob die Industrie wächst oder schrumpft.
Der vom ISM (Institute for Supply Management) veröffentlichte Index wird von Finanzanalysten, Anlegern, Tradern, Ökonomen, politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen genau verfolgt, weil er die Richtung der Wirtschaft aufzeigt und die Finanzmärkte bewegen kann. Er hilft dabei, die Industrieaktivität und das damit verbundene Wachstum einzuschätzen sowie die aktuelle und künftige Lage der Unternehmen zu verstehen.
Die Interpretation des PMI ist einfach, für das Trading aber entscheidend.
Der Wert 50 bildet die zentrale Schwelle:
Diese Schwelle wird von allen Analysten verwendet und erlaubt es, die Phase des Konjunkturzyklus schnell zu erkennen.

Der PMI gilt als Frühindikator. Das heißt, er kann Signale liefern, bevor sich die Realwirtschaft verändert.
In der Praxis kann ein steigender PMI auf eine Beschleunigung des Wachstums hindeuten, was in der Regel positiv für die Aktienmärkte und bestimmte Währungen ist.
Umgekehrt kann ein fallender PMI eine Abschwächung der Konjunktur ankündigen und Abwärtsbewegungen auslösen.
👉 Deshalb wird der PMI am Forex-Markt und bei den Aktienindizes wie dem DAX sehr genau beobachtet.
Es gibt mehrere PMI-Indizes, die jeweils einen bestimmten Sektor abbilden.
Der PMI für das verarbeitende Gewerbe betrifft die Industrie, der PMI für den Dienstleistungssektor misst die Aktivität bei den Dienstleistern. Daneben gibt es einen zusammengesetzten PMI (Composite), der beide kombiniert und ein Gesamtbild der Wirtschaft liefert.
Für Deutschland und die Eurozone veröffentlicht S&P Global zusammen mit der Hamburg Commercial Bank die HCOB-Einkaufsmanagerindizes. Eine erste Schnellschätzung (Flash-PMI) erscheint gegen Ende des laufenden Monats, die endgültigen Werte folgen in den ersten Werktagen des Folgemonats. Gerade für die Industrienation Deutschland ist der Industrie-PMI ein viel beachtetes Barometer, das sich gut mit dem ifo-Geschäftsklimaindex ergänzt.
👉 Diese verschiedenen Versionen ermöglichen eine feinere Konjunkturanalyse.
Trader nutzen den PMI vor allem bei seiner Veröffentlichung im Wirtschaftskalender.
Ein Wert über den Erwartungen kann eine schnelle Marktreaktion auslösen, insbesondere bei den Währungen.
Zum Beispiel:
Trotz seines Nutzens bleibt der PMI ein umfragebasierter Indikator und keine Messung realer Daten.
Er spiegelt also eine Stimmung wider, die manchmal verzerrt oder nur vorübergehend sein kann.
👉 Am besten kombiniert man ihn mit anderen Indikatoren wie dem BIP, der Inflation oder den Zinssätzen.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) ist ein unverzichtbares Werkzeug, um die Lage der Wirtschaft zu verstehen und Marktbewegungen vorwegzunehmen.
Da er leicht zu interpretieren ist, können Trader damit Wachstums- und Abschwungphasen schnell erkennen.
👉 Richtig eingesetzt kann der PMI zu einem echten Vorteil in Ihrer makroökonomischen Analyse und Ihrer Trading-Strategie werden.
ASIC: Australien • BACEN: Brasilien • BaFin: Deutschland • BVI FSC: Britische Jungferninseln • CBI: Irland • CFTC: USA • CMVM: Portugal • CySEC: Zypern • DFSA: Dubai • FCA: Vereinigtes Königreich • FINMA: Schweiz • FSA: Seychellen • FSC: Mauritius • FSCA: Südafrika • FSRA: Abu Dhabi • IFSC: Belize • JFSA: Japan • KNF: Polen • MFSA: Malta • MAS: Singapur • SCB: Bahamas • SVG FSA: St. Vincent und die Grenadinen
⚠️ CFDs sind komplexe Instrumente mit Hebelwirkung: 70 bis 80 % der Konten von Privatanlegern verlieren beim CFD-Handel Geld.
Hier die häufigsten Fragen zum PMI:

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